1521

1521
Johann III.
Johann III. wird nach dem Tod seines Vaters Manuel I.
König von Portugal.
Sebastian de Elcano
Juan Sebastián Elcano
übernimmt nach dem Tod
Ferdinand Magellans
das Kommando auf der Victoria.
Reichstag zu Worms
Martin Luther verteidigt auf dem Reichstag zu Worms seine Lehre.
Belagerung von Stockholm
Die Belagerung von Stockholm durch Gustav Wasa
endet vorläufig ohne Erfolg.
1521 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 969/970 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1513/14
Azteken-Kalender 2. Feuerstein – Ome Tecpatl (bis Ende Januar/Anfang Februar: 1. Rohre – Ce Acatl)
Buddhistische Zeitrechnung 2064/65 (südlicher Buddhismus); 2063/64 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 70. (71.) Zyklus

Jahr der Metall-Schlange 辛巳 (am Beginn des Jahres Metall-Drache 庚辰)

Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 883/884 (Jahreswechsel April)
Dangun-Ära (Korea) 3854/55 (2./3. Oktober)
Iranischer Kalender 899/900
Islamischer Kalender 927/928 (Jahreswechsel 30. November/1. Dezember)
Jüdischer Kalender 5281/82 (1./2. September)
Koptischer Kalender 1237/38
Malayalam-Kalender 696/697
Seleukidische Ära Babylon: 1831/32 (Jahreswechsel April)

Syrien: 1832/33 (Jahreswechsel Oktober)

Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1577/78 (Jahreswechsel April)

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen

Kastilien

Hinrichtung der Comuneros, Antonio Gisbert, Historiengemälde von 1860
  • Februar: Die Aufständischen des Comuneros-Aufstandes in Kastilien unter Juan de Padilla siegen bei Torrelobaton gegen die Truppen des spanischen Königs Karl I., was dessen militärische Überlegenheit aber nicht gefährdet, da er Verstärkungen aus dem übrigen Habsburgerreich heranholt.
  • 23. April: In der Schlacht von Villalar gelingt Karl I. von Spanien ein entscheidender Sieg. Juan de Padilla und andere Anführer des Comuneros-Aufstandes, der 1520 in Spanien begonnen hat, werden einen Tag nach ihrer Niederlage hingerichtet.
  • 25. Oktober: Maria Pacheco, die Witwe des im April hingerichteten Juan de Padilla, handelt mit König Karl I. die Kapitulation der Stadt Toledo aus, bei der das Leben der Aufständischen, die sich in der Stadt aufhalten, geschont werden soll.

Portugal

Italienische Kriege

Antonio Grimani

Heiliges Römisches Reich

Skandinavien

Kloster Nydala nach der Plünderung

Als Folge des im November des Vorjahres durch König Christian II. und Erzbischof Gustav Trolle angerichteten Stockholmer Blutbades am schwedischen Adel beginnt unter Gustav Wasa von Dalarna aus der Schwedische Befreiungskrieg. Die antidänische Propaganda wird noch befeuert, als Christian II. im Februar auf dem Rückweg von Stockholm nach Dänemark angeblich das Kloster Nydala plündert und den Abt und die Mönche im See ertränken lässt.

  • Anfang April: Die Aufständischen unter Gustav Wasa erringen einen ersten Sieg über die Truppen Christians bei Brunnbäck. Ende April ist Gustav Wasa Herr über Dalarna, Gästrikland, Västmanland und Närke. Im Juni steht er mit seinem Bauernheer vor Stockholm, doch die Erstürmung der Stadt ist ausgeschlossen, da es ihm an kriegstauglichem Volk und Belagerungsmaterial fehlt.
  • 23. August: Nachdem es Gustav Wasa gelungen ist, weite Teile Schwedens unter seine Kontrolle zu bringen, wird er zum Reichsverweser ausgerufen.

Osteuropa

  • 28. Juni: Ein überraschender Vorstoß des Krimchans über die Oka trifft die zur Verteidigung der Moskauer Südgrenze eingesetzten Verbände unvorbereitet und löst eine panikartige Flucht aus. Die Tataren dringen bis fast vor die Mauern Moskaus vor, ziehen sich aber ebenso überraschend am 12. August wieder zurück.
  • 29. Juni: Im Zusammenhang mit dem Einfall der Krimtataren gelingt dem Rjasaner Fürsten Iwan Iwanowitsch, der auf Befehl Wassilis III. inhaftiert worden ist, die Flucht nach Litauen. Das Fürstentum Rjasan wird daraufhin endgültig dem Großfürstentum Moskau einverleibt.

Osmanisches Reich/Balkan

Holzschnitt der Belagerung von Belgrad

Amerika

Magellans Weltumsegelung

Ferdinand Magellan

Die Ende des Vorjahres nach der Durchfahrt durch die Allerheiligenstraße begonnene Überquerung des Pazifiks durch die Expedition unter Ferdinand Magellan dauert drei Monate und 20 Tage, während derer bis auf zwei winzige, unbewohnte Inseln kein Land zu sehen ist. Ein Großteil der Mannschaft erkrankt an Skorbut; es gibt an Bord der Schiffe nichts mehr zu essen außer mit Würmern und Rattenkot durchsetztem Zwieback. Die Seeleute beginnen daher, in Salzwasser gedünstetes und geröstetes Leder oder Suppe aus Sägespänen zu essen. Besonders begehrt sind Ratten, die die Seeleute für eine halbe Dukate verkaufen. Mindestens 19 Männer sterben.

  • 24. Januar: Magellan erreicht auf seiner Weltumrundung eine Insel, die er San Pablo tauft. Wahrscheinlich ist sie mit der Insel Puka-Puka in Polynesien identisch. Gemäß dem Logbuch von Francisco Albo, dem Navigator der Victoria, ist die unbewohnte Insel mit Bäumen gesäumt und voller Vögel.
  • 6. März: Die Expedition von Ferdinand Magellan erreicht die Marianen. Als die Flotte vor einer der Inseln, wahrscheinlich Guam ankert, versuchen die Einheimischen, eines der Beiboote zu entern. Magellan lässt daraufhin einige Ureinwohner töten und ihre Häuser niederbrennen. Die Inseln nennt er Islas de los Ladrones (Inseln der Diebe).
  • Nachdem sie die dringend benötigten Vorräte aufgenommen hat, segelt die Flotte weiter und erreicht am 16. März die Philippinen und landet auf der Insel Homonhon. Zu diesem Zeitpunkt sind von den ursprünglich 237 Mann noch rund 150 am Leben. Mit Hilfe seines Sklaven Enrique als Dolmetscher kann Magellan mit dem Fürsten von Limasawa Geschenke austauschen.
  • 7. April: Ferdinand Magellan erreicht Cebu, wo es ihm gelingt, den dortigen Fürsten und viele seiner Untertanen zum Christentum zu bekehren. Häuptling Lapu-Lapu auf der Nachbarinsel Mactan lehnt jedoch eine spanische Oberherrschaft und Missionierung ab. Daraufhin versucht Magellan, Lapu-Lapu und sein Dorf militärisch zu unterwerfen.
Magellans Tod.
Holzschnitt, 16. Jahrhundert
  • 27. April: Bei dem Versuch, die Einwohner der Insel Mactan gewaltsam zum Christentum zu bekehren, kommt es zu einem Gefecht mit Häuptling Lapu-Lapu, bei dem mehrere Spanier getötet werden. Unter den Toten befindet sich auch Admiral Ferdinand Magellan. Den Berichten seines Chronisten Antonio Pigafetta zufolge kämpft er noch im Wasser stehend als einer der letzten, um den Rückzug seiner Leute zu decken. Bald nach dem Angriff sagt sich auch der Fürst von Cebu wieder vom Christentum los.
  • 1. Mai: Der malaiische Sklave und Übersetzer Enrique Melaka entkommt bei einem Bankett auf Cebu, bei dem 35 spanische Teilnehmer ermordet werden. Die Übrigen können knapp entkommen, doch sind sie nun so wenige, dass sie die Concepción versenken und die Überlebenden auf die Trinidad und Victoria verteilen. Der Steuermann João Lopes Carvalho wird zum neuen Generalkapitän gewählt. Mit den beiden verbliebenen Schiffen segeln die Überlebenden weiter nach Borneo, wo sie 35 Tage in Brunei verbringen. Nach einer überhasteten Flucht wird João Lopes Carvalho als Generalkapitän ab- und an seiner Stelle Gómez de Espinosa eingesetzt. Zum Kapitän der Victoria wird der frühere Meister der Concepción, Juan Sebastián Elcano, gewählt.
  • 6. November: Die Expedition erreicht die Molukkeninsel Tidore, wo sie Gewürze aufnehmen kann. Die dortigen Einwohner kennen Europäer, weil die Portugiesen bereits über Afrika und Indien dorthin gelangt sind.
  • 21. Dezember: Das Hauptschiff Victoria macht sich auf den Heimweg, während die Trinidad noch Reparaturarbeiten unterliegt.

Stadtrechte und urkundliche Ersterwähnungen

Kultur

Kultur

Architektur und Bildende Kunst

Torre de Belém

Der Torre de Belém bei Lissabon wird nach sechsjähriger Bauzeit fertiggestellt. Das Bauwerk dient als Leuchtturm, gemeinsam mit einem zweiten Turm am anderen Ufer des Tejo als Bollwerk gegen feindliche Schiffe sowie als Gefängnis und Waffenlager. Es ist eines der letzten fertiggestellten Bauwerke der Manuelinik. Mit dem Tod König Manuels I. am 13. Dezember neigt sich dieser nur in Portugal beheimatete Architekturstil dem Ende zu.

Hans Holbein: Der Leichnam Christi im Grabe, Öl und Tempera auf Lindenholz

Literatur

Judita

Gesellschaft

Originaltext in kyrillischer Schrift von Neacșus Brief

Neacșus Brief ist das älteste bekannte Dokument in rumänischer Sprache. Der Brief wird am 29./30. Juni vom Kaufmann Neacșu Lupu in Câmpulung (Langenau) in kyrillischer Schrift verfasst und an Johannes Benkner, Stadtrichter von Kronstadt (Brașov) adressiert. Er enthält Informationen über einen bevorstehenden osmanischen Angriff auf die Walachei und möglicherweise auch auf Siebenbürgen.

Das Spiel Patolli wird in Mexiko verboten. Die römisch-katholische Kirche im Land misst dem Spiel religiöse Bedeutung zu und vermutet in ihm „heidnische Gräuel“.

Religion

Katholische Kirche

Ignatius von Loyola als junger Offizier

Der baskische Adelige Ignatius von Loyola erleidet am 20. Mai bei der Verteidigung Pamplonas gegen französische Truppen während der italienischen Kriege eine schwere Verletzung durch eine Kanonenkugel. Wie er später in seiner Autobiographie berichten wird, liest er auf dem Krankenlager statt der bevorzugten Ritterromanzen eine Sammlung von Heiligenlegenden sowie eine Lebensbeschreibung Christi und kommt deshalb dazu, über seine Lebensweise nachzudenken. Während seiner Rekonvaleszenz im Kloster Montserrat legt er seine Lebensbeichte ab, die der Überlieferung nach drei Tage dauert.

Grabmal Leos X.

Papst Leo X. stirbt am 1. Dezember in Rom. Sein Tod an einer Wintergrippe mit Fieberschüben ist so plötzlich, dass er nicht einmal die Sterbesakramente erhalten kann. Da sein Leichnam schnell von Schwellungen und schwarzen Verfärbungen entstellt ist, argwöhnen Anhänger des Medici-Papstes, er könne eines unnatürlichen Todes gestorben sein. Der Verdacht fällt auf den Mundschenk Malaspina, der ihn im Auftrag französischer Sympathisanten vergiftet haben soll. Doch sowohl das Verhör des Verdächtigten als auch die Obduktion bringen keine eindeutigen Hinweise auf einen Giftmord und Malaspina wird freigelassen. Aufgrund der hohen Schulden, die Leo X. hinterlässt, können angeblich nicht einmal die Kerzen für seine Bestattung bezahlt werden. Seine Gebeine werden in der Kirche Santa Maria sopra Minerva bestattet. Das Konklave zur Wahl seines Nachfolgers wird am 27. Dezember einberufen, kann sich aber bis Ende des Jahres nicht auf einen Nachfolger einigen.

Luther und die Reformation

Ladungsschreiben an Martin Luther zum Reichstag
  • 6. März: Kaiser Karl V. spricht die Vorladung an Luther zum Reichstag zu Worms aus und lässt ihm einige Tage später über Kurfürst Friedrich das freie kaiserliche Geleit nach Worms zusichern. Vermutlich am 29. März überreicht Reichsherold Kaspar Sturm Luther in Wittenberg das Ladungsschreiben.
  • 16. April: Martin Luther trifft nach zweiwöchiger Reise in Worms ein.
Ort der Begegnung von Kaiser Karl V. und Luther: Der Bischofshof in Worms

Geboren

Geburtsdatum gesichert

Genaues Geburtsdatum unbekannt

Geboren um 1521

Gestorben

Todesdatum gesichert

Grabmal Leonardo Loredans in San Zanipolo in Venedig
Grabmal Leos X. in Rom

Genaues Todesdatum unbekannt

Weblinks

Commons: 1521 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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